Die Ruhrtriennale macht die heruntergekommenen Überreste einer vergangenen industriellen Epoche zur Bühne. Kein Kohlenstaub, Hochofenqualm oder Walzwerklärm, keine Agonie angesichts des verrosteten Traums vom besseren Leben, sondern Tanz, Performance und Happening. Zusammen geht, was nicht zusammenpasst – als wäre das irgendwie (auch) Kirche.
Inhalte
Der Kurs findet während der Ruhrtriennale statt, die Bochum in ein Kunst- und Kulturhappening verwandelt. Er ist gewissermassen Teil einer grossen spatialen Performance. Da das Kulturprogramm erst zeitnah vor Beginn bekannt gegeben wird, sind die inhaltlichen Schwerpunkte unbekannt. Somit werden die Begegnungen ein Stück weit zum spontanen Ereignis. Die Seminareinheiten nehmen den spezifischen Zugang auf und fragen nach den Bedingungen und Möglichkeiten des Erlebens von transformativen Orten und verfremdeten Räumen. Bewusst werden dabei ekklesiologische Assoziationen und Analogien provoziert. Ein besonderer Fokus gilt dem Zusammenspiel von Raum, Aktion und Resonanz sowie der Frage nach der Interpassivität räumlichen Erlebens. Was machen verwandelte Räume und Orte mit und aus Menschen? Und was folgt aus diesen Erfahrungen und Reflexionen für ein theologisches Verständnis von Gottesdiensträumen als Kirchenräume jenseits ihres traditionellen Verständnisses als architektonische Formation?
Ziele
Die Stadt ist nicht mehr auf Koks und die Sonne nicht mehr verstaubt. Aber eine Weltstadt ist Bochum auch nach der grossen Hymne nicht geworden. Wo früher über und unter Tage malocht wurde und beim anschliessenden Strukturwandel fast alles den Bach runterging, wird es seit 2002 einmal im Jahr anders.
Die Ruhrtriennale bildet eine Art säkulare Reformation. Die abgetakelte Vergangenheit wird neu belebt. Die Reformatoren vertrauten auf die Performanz des Wortes, die Kulturschaffenden setzen auf Performance. Beide inszenieren auf je ihre Weise einen Raum. Die einen tauchen ein in eine Wirklichkeit, die im Akt des Sprechens entsteht. Die anderen schaffen eine Realität in/zwischen den Verwicklungen von Produktion, Rezeption und Dauer. Performativität ist die Macht, Wirklichkeit zu (be)setzen.
Wenn sich Kirche nach biblischem Zeugnis als Performativität des göttlichen Wortes ereignet, dann ist Gottesdienst im umfassenden Sinn Performance auf den harten Brettern, die die Welt bedeuten.
Eckdaten
Bezeichnung
Auferstehungen und Verwandlungen – Theologie in Kultur und Industrieruinen
Kursbezeichnung
22-3-02
Daten
Mo, 22. August – Sa, 27. August 2022
Dauer
6 Tage
Zeiten
Beginn am Montag ca. 15.00 Uhr, Schluss am Samstag ca. 10.00 Uhr
Kosten
CHF 1605 (Kursgeld CHF 960, Unterkunft und Verpflegung CHF 575, AKV CHF 70; subventionierter Preis, vgl. AGB)
Anmeldeschluss
31. März 2022
Ort
Bochumer Gäste- und Tagungshaus (BOGATA), Schleipweg 20, D-Bochum
Detail-Informationen
Zielgruppe
Pfarrer:innen
Handlungsfeld
Handlungsfeld - Fachübergreifende Kompetenzen
Schwerpunkt
Kirchliche Verantwortung in der Gesellschaft
Kompetenzen
Glaubwürdig leben – Leben aus dem Evangelium
Glaubwürdig leben – Berufsidentität
Lösungen entwickeln – Hermeneutische Reflexion
Lösungen entwickeln – Kreativität
Beziehungen gestalten – Beziehung und Empathie
Beziehungen gestalten – Team- und Konfliktmanagement
Einfluss nehmen – Kommunikation
Leitung

Pfr. Bernd Berger, Leiter Pfarrweiterbildung pwb

Referierende

Prof. Dr. Frank Mathwig, Beauftragter für Theologie und Ethik, Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz

Qualifikation
Weiterbildung
Kontakt
Kontakt
Barbara Bays, pwb
T +41 31 340 26 41
Kontakt E-Mail
Anmerkung
Textmaterial wird in einem Reader zusammengestellt und den Teilnehmenden im Vorfeld zur Verfügung gestellt.