Gefängnisseelsorge findet in Institutionen des Straf- und Massnahmenvollzugs statt. Grundbegriffe des Rechts sowie Grundkenntnisse über eine Strafuntersuchung sind notwendiges Wissen. Methoden aus der RJ sind weiterführend in der Arbeit der Gefängnisseelsorge.
Inhalte
Da Gefängnisseelsorge in den Institutionen des Straf- und Massnahmenrechts und der Untersuchungs- und Ausschaffungshaft stattfindet, müssen Seelsorgende über Grundkenntnisse in diesen Bereichen verfügen. Seelsorge bewahrt eine gewisse kritische Distanz bei gleichzeitiger Fähigkeit zur interdisziplinären Zusammenarbeit, deshalb ist es notwendig, den dualen Aufbau des Rechts zu verstehen und aus theologisch-ethischer Perspektive kritisch zu reflektieren, um eigene Überlegungen in den interdisziplinären Diskurs einfliessen lassen zu können.
Seelsorge trifft häufig auf ausländische Insassen und sollte deshalb den Ablauf einer Strafuntersuchung kennen und erklären können, um so Insassen von seelischem Druck zu entlasten, der durch Unkenntnis dessen entsteht, was mit ihnen geschieht.
Im Vollzug ist es sinnvoll, Methoden der Restorative Justice zu kennen, um mit den Gefangenen und verschiedenen anderen, durch die Tat Betroffenen, arbeiten zu können, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt.
Ziele
Die Teilnehmenden kennen Grundbegriffe des Straf- und Massnahmenrechts. Sie verstehen den dualen Aufbau des Rechtssystems und dessen Bedeutung für die Gefängnisseelsorge. Sie sind in der Lage erste strafethische Überlegungen zum Straf- und Massnahmenrecht anzustellen und aus theologischer Perspektive kritisch zu reflektieren. Sie können die Unterschiede des dualen Rechtssystems in unterschiedlichen Haftsituationen erklären und verständlich machen. Sie sind in der Lage, den Ablauf einer Strafuntersuchung zu verstehen und in Seelsorgesituationen so zu erklären, dass er auch für Menschen, die mit Erfahrungen anderer Rechtssysteme kommen, verständlich wird. Sie kennen Grundbegriffe von Restorative Justice und können einschätzen, in welchen Haftsituationen es möglich wäre, mit diesen Methoden zu arbeiten.
Eckdaten
Bezeichnung
SSMV Modul 3 – Recht und Restorative Justice (RJ)
Kursbezeichnung
SSMV 3/23
Daten
Mo, 4. September – Di, 5. September 2023
Dauer
2 Tage
Zeiten
09.15–16.30 Uhr
Kosten
CHF 550
Anmeldeschluss
3. Juni 2023
Anmeldung nach Anmeldeschluss auf Anfrage.
Ort
Universität Bern, UniS, Schanzeneckstrasse 1, Bern, Raum A 015
Detail-Informationen
Zielgruppe
Pfarrer:innen, Theolog:innen, Gefängnisseelsorgende, Vertreter anderer Religionen, weitere Interessierte
Handlungsfeld
Handlungsfeld - Diakonie und Seelsorge
Schwerpunkt
Seelsorge ASHG, SPKS, SSMV
Kompetenzen
Glaubwürdig leben – Leben aus dem Evangelium
Glaubwürdig leben – Berufsidentität
Lösungen entwickeln – Hermeneutische Reflexion
Lösungen entwickeln – Kreativität
Beziehungen gestalten – Beziehung und Empathie
Beziehungen gestalten – Team- und Konfliktmanagement
Ergebnisse erbringen – Ziel- und Ergebnisorientierung
Einfluss nehmen – Leitung
Einfluss nehmen – Kommunikation
Leitung

Pfr. Dr. theol Frank Stüfen, Seelsorger JVA Pöschwies, frank.stuefen@theol.unibe.ch, +41 (0)79 395 59 86

Referierende

lic. iur. Adrian Kaegi, Staatsanwalt, Zürich

Pfr. Friedrich Schwenger, RJ-Experte, Northeim/D

Qualifikation
CAS
Weiterbildung
Lehrmethode
Präsenzunterricht
Lehrmittel
Friedrich Schwenger, Restorative Justice. Veränderung durch Versöhnung, Zürich 2022
Kontakt
Kontakt
Sekretariat AWS
Unitobler
Länggassstrasse 51
3012 Bern
Tel. +41 (0)31 684 45 70
Anmerkung
Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation möchten wir Sie darauf hinweisen, dass wir im Moment davon ausgehen, den Studiengang im Präsenzunterricht durchführen zu können. Sollte dies aufgrund von behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus nicht möglich sein, behalten wir uns vor, Module oder Teile davon digital durchzuführen und/oder zu verschieben.