Vom Studium der Theologie und der Ausbildung zur Pfarrerin, zum Pfarrer

Die kirchliche Ausbildung ist kantonsübergreifend im Rahmen des «Konkordats betreffend die gemeinsame Ausbildung der evangelisch-reformierten Pfarrerinnen und Pfarrer und ihre Zulassung zum Kirchendienst» geregelt. Dem Konkordat gehören alle reformierten Landeskirchen, mit Ausnahme der Kirchen Bern-Jura-Solothurn und der Romandie an. Mit diesen besteht jedoch eine entsprechende Vereinbarung.

Die persönliche Auseinandersetzung mit Glaubensinhalten im Laufe des Studiums wird mit einem Mentorat, im Ekklesiologisch-Praktischen Semester EPS, sowie in Gesprächen mit der Kommission für die entwicklungsorientierte Eignungsabklärung KEA von kirchlicher Seite begleitet. Das Kompetenzmanagement hilft, die eigenen Ressourcen zu erkennen, zu würdigen und weiterzuentwickeln.

Das Lernvikariat im Konkordat dauert ein Jahr und setzt einen Master in Theologie (Vollstudium) sowie verschiedene kirchliche Ausbildungselemente voraus. Den Abschluss des Lernvikariats bildet die praktische Prüfung, nach deren Bestehen das Wahlfähigkeitszeugnis ausgestellt wird und die Ordination zur Pfarrerin/zum Pfarrer folgt. Daran schliessen verschiedene Weiterbildungsphasen an.

 

Motto und Referenzpunkte der Ausbildung zur Pfarrerin, zum Pfarrer

Kernaufgabe der Pfarrerin/des Pfarrers ist die Interpretation von biblisch-christlicher Tradition in jeweils lebensgeschichtliche Kontexte.
Die Ausbildung orientiert sich daher einerseits am Motto zum Lernvikariat, das in den Konkordatskirchen formuliert ist: «Lernen und reflektieren, was es heisst, in Kirche und Gesellschaft reformierte*r Pfarrer*in zu sein» und will andererseits die Fähigkeiten und Kompetenzen, die eine Pfarrerin, ein Pfarrer mitbringt in einem möglichst umfassenden Sinn wahrnehmen.

Die Ausbildungsziele für reformierte Pfarrerinnen und Pfarrer stehen im Blick auf die Kirche in der Tradition der altkirchlichen Bekenntnisse. Die Orientierungspunkte für die Bestimmung der Handlungsfelder sind daraus ersichtlich:

Die vier Handlungsfelder sind:

  •     Seelsorge (Poimenik)
  •     Bildung (Katechetik)
  •     Gemeindeentwicklung/-leitung (Kybernetik)
  •     Gottesdienst (Homiletik/Liturgik)

Pro Handlungsfeld werden acht Grundkompetenzen nachgewiesen:

  •     theologisch-reflexive Kompetenz
  •     hermeneutische Kompetenz
  •     kommunikative Kompetenz
  •     repräsentative Kompetenz
  •     spirituelle Kompetenz
  •     religiöse Kompetenz
  •     konzeptionelle Kompetenz
  •     Gender-Kompetenz

 

Lebenslanges Lernen

Mit der Erstellung des Portfolios wird im Kompetenzmanagement ressourcenorientiert nach Kompetenzen und Fähigkeiten gefragt. Im beruflichen und privaten Kontext angeeignete Kompetenzen werden so relevant. Sie werden durch das im Studium und Lernvikariat hindurch fortgeschriebene persönliche Portfolio im Rahmen des lebenslangen Lernens aktualisiert .

Kompetenzen aus allen Lebensbereichen, die in die Tätigkeiten als Pfarrerinnen und Pfarrer einfliessen, werden so miteinbezogen. Dadurch wird die kirchliche Ausbildung einem biblischen Menschenbild gerecht, das den Menschen mit seinen je eigenen Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten im Blick hat. Im Kompetenzmanagement spielen daher auch Brüche im Leben, der Umgang mit Schwächen und Stärken eine Rolle.

Alle Dokumente zu Portfolio und Kompetenzmanagement finden Sie hier.